Layout

Cpanel

Schüleraustausch mit Slupca

Basisinformationen und Erfahrungsbericht

Basisinformationen

„Polen? Was soll ich denn da?", „Ich bin doch nicht so verrückt, nach Polen zu fahren!", „Fahren wir da mit Autos hin und mit der Bahn zurück?" Solche und ähnliche Reaktionen erntete ich, als ich durch die zehnten Klassen zog, um Teilnehmer für den Polenaustausch zu gewinnen: Der Polenaustausch hat es schwer im Konzert der attraktiven Austauschprogramme unserer Schule! Im krassen Kontrast dazu die Einschätzungen der Schülerinnen und Schüler, die sich der Vorurteile zum Trotz für die Fahrt in unser östliches Nachbarland entschlossen hatten, auf dem Rückweg aus Polen: Hier war von gastfreundlichen Menschen, schönen und lebendigen Städten und wichtigen, prägenden Erfahrungen in Superlativen die Rede, die ich hier nicht wortwörtlich zitiere, um den Text nicht zu sehr wie eine Werbebroschüre klingen zu lassen.
Was war also passiert? Wir sind am 9. September morgens in Stadthagen gestartet, um am Nachmittag in Slupca, einer Kleinstadt zwischen Posen und Warschau, zu landen. Was diese eher stukturschwache Stadt an äußerer Attraktivität vermissen lässt, wurde durch die Herzlichkeit der Gastfamilien mehr als wieder wettgemacht. Nach vier erlebnisreichen Tagen in den Austauschfamilien fuhren wir für zwei Tage nach Krakau, einer jungen (160.000 Studenten bei gut 700.000 Einwohnern) fast mediterran wirkenden, historisch hoch interessanten Stadt. Von Krakau aus fuhren wir weiter nach Oswiecim (Auschwitz), um die Gedenkstätte des nationalsozialistischen Vernichtungslagers zu besuchen. Die Auseinandersetzung mit diesem Ort wurde unter anderem auch durch Gespräche mit einem Überlebenden des Lagers begleitet. Geschichte wird an diesem Ort präsenter, weniger abstrakt, nicht nachvollziehbarer aber erfahrbarer.
„Polen? Was soll ich da?" Ein irgendwie seltsam fernes Nachbarland intensiv erleben! (Max Lichte)

Erfahrungsbericht

Der Entschluss bei diesem Austausch mitzumachen kam bei mir sehr spät. Aber irgendetwas faszinierte mich an der Idee mal für eine Woche nach Polen zu fahren. Am Anfang war ich gespannt, ob dass was ich von vielen Leuten über Polen gehört habe denn wirklich stimmte. Als ich dann vor Ort das erste Mal meinen Fuß auf polnischen Boden setzte wurde mir klar, dass viele Leute keine Ahnung haben, wie es in Polen aussieht. Man sieht schon einen Unterschied zu Deutschland, aber das war für unsere Gruppe kein Problem.
Als wir in der kleinen Stadt S³upca ankamen, wurden wir sehr herzlich von unseren Austauschpartnern begrüßt und nachdem man die ersten paar Worte gewechselt hatte, fuhren wir vom Bahnhof in die nicht weit entfernte Stadt zu unseren jeweiligen Partnern. Meine Familie war sehr freundlich und bemühte sich sehr für mich alles so zu arrangieren, dass mir nichts fehlte. Die Tage in der beschaulichen Kleinstadt S³upca waren sehr angenehm und sehr ereignisreich, weil unsere Austauschpartner uns in der kurzen Zeit möglichst viel von ihrer Stadt zeigen wollten.
Danach ging es weiter Richtung Auschwitz. Aber vorher machten wir Halt in Krakau, eine der größten Städte Polens. Dort haben wir uns verschiedene Sehenswürdigkeiten angesehen, wie zum Beispiel den Markplatz mit Rathausturm oder die Kirche, in der Pabst Johannes Paul II. Priester war, und den Wawel, das Wahrzeichen Krakaus.
Später am Abend haben wir das Nachtleben de Stadt erkundet und dabei festgestellt, dass es in Krakaus Innenstadt mindestens 200 Bars und kleine Clubs geben muss! Krakau ist unbedingt einen Besuch wert! Am nächsten Morgen sind wir früh aufgestanden und sind in den Bus gestiegen, der uns nach Auschwitz brachte.
Auschwitz war die letzte Station auf unserer Reise durch Polen. In Auschwitz wohnten wir in der Begegnungsstätte im Ort. Am Anfang hatte man noch keine Vorstellung davon, was einen erwartet, aber wenn man durch das Haupttor des Stammlagers Auschwitz-I geht schlägt plötzlich die Stimmung um und man möchte am liebsten umdrehen. Was man dort zu sehen bekommt, kann man mit Worten schlecht beschreiben, man muss es sich selbst angesehn haben, um das ganze Ausmaß zu begreifen.
Der zweite Tag in Auschwitz wurde nicht besser, denn das Vernichtungslager Auschwitz-II-Birkenau ist noch eindrucksvoller als das Stammlager. Außer den bedrückenden Bilder, die man gesehen hat, hat uns eine Angestellte der Gedenkstätte sehr bedrückende Geschichten aus dem Lageralltag erzählt.
Zum Abschluss sei gesagt, dass die Fahrt ein sehr schönes Erlebnis war, das uns unser östliches Nachbarland ein gutes Stück näher gebracht hat.

Template Design Ext-joom.com