Home | Unsere Schule | Homepageberichte | Musiktheaterprojekt Slupca

Layout

Cpanel

Die Müdigkeit Gottes

über ein deutsch-polnisches Musiktheaterprojekt des RGS

slupcaNicht nur Gott hat ein Recht darauf, müde zu sein; auch die Ratsgymnasiasten inklusive zweier Schauspielerinnen aus dem Adolfinum in Bückeburg, die sich für eine Woche zu ihrer Partnerschule nach Słupca auf den Weg machten, haben es sich redlich verdient. Denn innerhalb einer Woche brachten die beiden Schülergruppen aus Deutschland und Polen ein kleines Kunststück zustande: Die Planungen und Vorarbeiten zu dem eigens gemeinsam verfassten Theaterstück „Über Glauben und Unglauben“ gipfelten nach drei harten Probentagen in einer fulminanten Aufführung.

Aus Anlass des Reformationsjubiläums und in Kooperation mit dem das Projekt unterstützenden Landesjugendpfarramt, gefördert durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk, die Bürgerstiftung Schaumburg und die Schaumburger Landschaft, entstand ein ökumenisch gedachtes und europäisch inspiriertes Musiktheaterprojekt, das seinen 200 polnischen Zuschauerinnen und Zuschauern am Donnerstag, 23.03.2017 im Kulturzentrum in Słupca „Nerven, Humor und Verstand“ abverlangte - jedenfalls waren das die Eigenschaften, die die wunderbare polnische Conférencieuse Olivia von ihrem Publikum einleitend einforderte.

Was folgte, waren in Kurzform: Ein müder, gelangweilter Gott 200 Milliarden Jahre vor der Schöpfung der Welt; eine kurzweilige Variante der Schöpfungsgeschichte; eine Paradiesszene mit Adam und Eva und einer aberwitzigen Affenhorde, kulminierend in dem Konflikt zwischen Kreationismus und Evolutionstheorie; das Scheitern der hochschwangeren Maria in ihrem Bemühen, mit ihrem Gatten Joseph und den heiligen drei Königen im Gefolge an der europäischen Außengrenze Asyl und einen Stall zu bekommen; der glorreiche Jesus Christ Superstar mit einer Gruppe ekstatisch singender Nonnen; die Welturaufführung eines getanzten Gottesbeweises nach Thomas von Aquin; der tolle Mensch von Nietzsche, der in der modernen Konsumgesellschaft vergeblich nach Gott sucht, dafür aber seine Mörder - nämlich uns – findet; der christliche Widerstand gegen den NS-Terror in Gestalt von Maximilian Kolbe und Dietrich Bonhoeffer; ein langweiliger Gottesdienst, in dem der lebendige Christus mit den Kindern das Weite sucht und schließlich eine Rock-Variante des Lieblingsliedes von Johannes Paul II., dem polnischen Papst, die ihm bestimmt gefallen hätte. Und das alles zu 98 % in polnischer Sprache; die deutschen Protagonisten hatten es sich nicht nehmen lassen, Teile ihrer Sprechbeiträge auf Polnisch einzuüben.

Eine kleine Live-Band des RGS begleitete die Schauspielerinnen, Tänzerinnen und Sängerinnen (in der Tat war die überwältigende Mehrheit des Ensembles weiblich) kongenial durch das ganze Stück und setzte dabei sehr eigene und eigenwillige Akzente. Das Publikum dankte für die bemerkenswerte Leistung mit großem Beifall.

Das Regionalfernsehen „Twoja Słupca TV“ fasste seinen Bericht unter dem Titel eines „kontroversen Theaterstückes“ zusammen. Damit hat es ziemlich genau erfasst, was modernes Theater leisten muss und will.

Dieser TV Beitrag ist unter folgendem Link zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=WlKp7EK1fj4

Template Design Ext-joom.com