Home | Unsere Schule | Pressespiegel | Bis der Arzt kommt (SN 04.06.2016)

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Bis der Arzt kommt

 

Bela B. zeichnet RGS als „Schule ohne Rassismus“ aus

VON GERRIT BRANDTMANNSTADTHAGEN. „Es ist kein Preis für geleistete Arbeit, sondern eine Verpflichtung, die wir uns selbst auferlegen“, hat Schulleiterin Angelika Hasemann gleich zu Beginn der Veranstaltung erklärt. In einem feierlichen Rahmen überreichte Projekt-Pate Bela B. von der Band „Die Ärzte“ dem Stadthäger Ratsgymnasium (RGS) das Zertifikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Als eine von 1500 gehe die Schule das Thema mit offener Auseinandersetzung und gegenseitiger Achtung an und setze dabei auch ein Zeichen gegen den Rechtsruck, der sich durch Deutschland zieht. „Wir leben in einem Land der kulturellen Vielfalt. Ein Drittel der schulpflichtigen Kinder hat einen Migrationshintergrund“ erinnerte Hasemann. Sie sei stolz auf die Sozialkompetenz ihrer Schüler, die aus 20 unterschiedlichen Nationen stammen. Die Integrationsleistung sei nur durch die gute Zusammenarbeit von Elternhäusern und Kollegen möglich gewesen.

Das Zertifikat dagegen hätten sich die Schüler selbst erarbeitet. „Sie waren es, die die nötigen Unterschriften gesammelt haben, sie waren es, die Bela B. als Paten gewonnen haben“, sagte die Schulleiterin anerkennend. Einige Schüler opferten ihre Freistunden, um sich für Flüchtlinge zu engagieren. Taysir, Aram und Mohammed, vor etwa zwei Jahren selbst aus Syrien geflohen, wirkten in den Sprachlernklassen mit und wurden für die Schulleitung unentbehrliche Übersetzer. Wilhelm Homeier vom Altschülerbund bedankte sich bei ihnen und bei Nuray Baydak, Antonia Dralle, Chiara Vehling, Laura Thürnau, Fridolin Mengeling, Lena Grüneberg, Lena Beyer, Alexander Bock, Silan Sitaci, Svenja Schirloh, Nur Susam, Katja Sonntag, Adina Howard und Franca Kunovic für ihre Hilfe.

„Jeder Schüler und jeder Lehrer soll bei uns täglich sorgenfrei zur Schule kommen können“, erklärten Jan Philipp Bittner und Hanna Söhnholz von der Schülervertretung. Bei der langen Liste von möglichen Paten, entschieden sie sich für einen, der erfahren im Kampf gegen Diskriminierung sei. Der Zufall kam ihnen gut zupass – ein Freund Bela B.s ist Patenonkel eines Schülers. Der Punk-Rocker bekam mit einer kleinen Theatereinlage über Rassismus im Schulalltag, gepaart mit absoluter Bela-Manie, einen triumphalen Empfang. „Das hat meinem Ego heute sehr gut getan. Ich habe hier aber auch etwas wieder gut zu machen“, sagte er gerührt. Vor vier Jahren hätte er bei einem Konzert in Hannover zur Demo gegen einen Nazi-Aufmarsch aufgerufen und dafür prompt eine Anzeige wegen Aufrufs zur Gewalt kassiert. „Ich entschuldige mich bei dem anonymen Nazi-Kader“, sagte er augenzwinkernd. Nach einer herzlichen Gratulation für die Schüler eröffnete der Musiker mit der markanten Stimme schließlich die Feier: „It‘s partytime!“

 

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