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Schüleraustausch mit Soissons

Basisinformationen und Erfahrungsbericht

 

Schüleraustausch mit Soissons

Soissons ... das ist die Partnerstadt des Landkreises Schaumburg. Soissons .... das bedeutet unmittelbare Nähe zu Paris, der Stadt, die man unbedingt gesehen haben muss. Und natürlich ist eine Fahrt in diese einzigartige Stadt unbedingter Bestandteil eines jeden Austausches mit unserem Partnerlycée Gérard de Nerval.

Basisinformationen
Soissons zählt ungefähr 30000 Einwohner und ist ca. 70 km nord - östlich von Paris gelegen. Umgeben von reichen Getreidefeldern liegt Soissons im Tal der Aisne in einer Flussschleife. Einstmals Hauptstadt der drei merowingischen Könige und später des Regierungsbezirks Nord-Ile-de France ist Soissons heute Kreisstadt des Département Aisne.
Unsere Partnerschule ist ein staatliches Lycée, auf dem die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Arten des Abiturs ablegen können. Viele von ihnen bereiten nach dem Abitur das sogenannte B.T.S. - vergleichbar mit dem deutschen Technikerdiplom - vor.
Der Austausch findet seit den neunziger Jahren alle ein oder zwei Jahre auf dem Niveau des zehnten Jahrgangs statt.

 

Austauschbericht von 2008-2009


Nachdem die französischen Schülerinnen und Schüler im Herbst 2008 in Stadthagen gewesen sind, erfolgte der Gegenbesuch der Klasse 10B im März 2009. Unter der Leitung von Herrn Abraham und der Französischstudentin Finnja Vollbrecht verbrachte die Gruppe eine Woche in Soissons.
Schon in Deutschland lag der Schwerpunkt des Austausches auf den geschichtlichen Ereignissen der jüngsten Vergangenheit. So wurden im Herbst 2008 die dramatischen Schicksale der jüdischen Bevölkerung am konkreten Beispiel der Stadt Hannover vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg studiert: Thema: Hannover unter dem Hakenkreuz.


Eine zweite Exkursion führte die französische Gruppe nach Berlin. Neben dem Besuch des Bundestages unter sachkundiger Führung mit anschließender Diskussion wurden zahlreiche Orte mit geschichtsträchtigem Hintergrund besichtigt. Die Teilung Deutschlands wurde den französischen Schülerinnen und Schülern an der Bernauer Straße, wo noch ein Teil der Grenzanlagen einzusehen ist, eindrucksvoll verdeutlicht. Vertieft wurden diese Eindrücke auf der dritten Exkursion, die nach Helmstedt, Marienborn und Höltensleben führte. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler die Lebensbedingungen der Bevölkerung, die Kontrollen an der innerdeutschen Grenze, den Todesstreifen mit den Wachtürmen und den zahlreichen Opfern hautnah < begreifen >.


Lag der Schwerpunkt des Austausches in Stadthagen auf der Zeit nach 1933, so wurde in Soissons im März 2009 beim Gegenbesuch in erster Linie die deutsch-französische Geschichte des ersten Weltkrieges thematisiert. So erfuhren die Schülerinnen und Schüler an Ort und Stelle einiges über das Dorf Craonne, das während des ersten Weltkrieges völlig zerstört worden ist und an anderer Stelle wieder aufgebaut wurde. Auf dem Chemin des Dames wurde ihnen die Grausamkeit des Stellungskrieges mit den unzähligen Opfern auf allen Seiten verdeutlicht. Ein Spaziergang auf einem der vielen Militärfriedhöfe in dieser Region und die Besichtigung der Drachenhöhle, in der sich die verfeindeten Soldaten in Sichtweite gegenüberlagen, machten den jungen Leuten die unmenschlichen Lebensbedin-gungen der damaligen Generation klar. Sichtlich berührt von diesen Aspekten der deutsch-französischen Vergangenheit lautete das Fazit der Teilnehmer, dass sich so etwas niemals wiederholen darf.


Einen deutlich anderen Charakter hatte die Exkursion der deutschen und französischen Schülerinnen und Schüler nach Paris und Versailles. Hier standen die touristischen Attraktionen der Weltstadt Paris im Vordergrund. Nachdem am Vormittag das Schloss des Sonnenkönigs Ludwig des XIV. besichtigt wurde, ging es anschließend mit der Métro nach Paris zurück. Etwas Zeitstress, zugegeben, aber es wartete ja das Wahrzeichen der Stadt, der Eiffelturm. Mit dem Fahrstuhl ging es bis zur ersten Etage. Von hier hatte man bei gutem Wetter einen wunderbaren Blick über Paris. Viele andere Sehenswürdigkeiten wie: der Louvre, die Assemblée Nationale oder Notre-Dame konnten vom Schiff während einer ca. einstündigen Schiffsrundfahrt auf der Seine bestaunt werden. Ein Spaziergang auf den Champs-Elysées bis hoch zum Arc de Thriomphe beendete das Abenteuer Paris. Mit dem Zug ging es dann zurück nach Soissons. Die Eindrücke dieser Stadt werden den deutschen Schülerinnen und Schülern sicherlich nachhaltig in Erinnerung bleiben.

 

Als letzte Exkursion stand eine Fahrt nach Amiens auf dem Programm. Hier konnten wir das Leben und Wirken des französischen Schriftstellers Jules Vernes verfolgen. Sein ehemaliges Wohnhaus ist heute ein Museum und erzählt in allen Details von der Schaffenskraft dieses wichtigen französischen Literaten. Von kulturell großer Bedeutung war die anschließende Besichtigung der Kathedrale von Amiens. Kannten die Schüler von ihrem Aufenthalt in Paris schon Notre-Dame, so waren sie doch von der Schönheit und Pracht dieses größten gotischen Doms Frankreichs beeindruckt.
Neben den Exkursionen nahmen die Schülerinnen und Schüler auch am Unterricht ihrer französischen Partner teil. Einhellige Meinung: was haben die für einen Stress. Permanente Tests, ständige Kontrollen, zu viele Hausaufgaben und viel zu wenig Schülerbeteiligung. Freizeitgestaltung: Fehlanzeige. Fazit: uns geht es gar nicht so schlecht!!!
Insgesamt wurden diese beiden Wochen mit den französischen Partnern als ausgesprochen interessant und abwechslungsreich empfunden. Es wurden Erfahrungen gemacht, die man nicht missen möchte.

Reinhard Abraham

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