Home | Unsere Schule | Pressespiegel | Ehrung für deutsch-polnische "Brückenbauer" (SN 16.09.13)

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RGS-Theaterprojekt überzeugt bei Ehrung im Bückeburger Schloss

 

Von Jan Peter Wiborg

Landkreis. Gemeinsam mit Jerzy Tutal, dem Vizemarschall der Woiwodschaft Niederschlesien, überreichte der Niedersächsische Innenminister Boris Pistorius die Auszeichnungen im Saal des Bückeburger Schlosses.
Pistorius erinnerte in seiner Rede an den Kniefall Willy Brandts im Warschauer Ghetto, "diese große Geste mit einer bedeutenden Rolle bei der Entspannung in der Ostpolitik".

Junge Generationen neugierig machen

Aufgabe sei, die junge Generation für ihre schlesischen Wurzeln zu interessieren. "Wir sollten sie neugierig machen", sagte Pistorius. Heimatvertriebene und Spätaussiedler seien "Brückenbauer zwischen den Generationen" und auch "Brückenbauer zwischen den Menschen ihrer Heimatorte in Deutschland und Polen".

Spontanen Beifall bekam Pistorius als er forderte, es nicht zuzulassen, dass "einzelne einen Keil der Vergangenheit zwischen den Menschen dort und ihnen" treiben und damit "dem Ansehen der Schlesier zu schaden". Ursprünglich, so sagte Jerzey Tutal, sei der Kulturpreis 1977 vom Land Niedersachsen als Zeichen der Verbundenheit mit den Schlesiern verliehen worden.

Mit dem Gedanken der Verständigung und Aussöhnung zwischen Deutschen und Polen habe die Landesregierung 1991 die Grundidee des Preises geändert und als Ziel gesetzt, schöpferische Aktivitäten der Schlesier zu fördern. Seither würden mit dem Preis polnische und deutsche Persönlichkeiten für ihre Werke auf dem Gebiet der Literatur, der Musik, der bildenden Künste, aber auch für ihre Verdienste um die Erhaltung der kulturellen Identität Schlesiens ausgezeichnet.

"Nichts" als Ausrufezeichen

Preisträgerin Helga Storck hatte zusammen mit Aneta Janiszewka den Festakt auch musikalisch mit drei Prelüden von Marcel Tournier eingeleitet und setzte zusammen mit Laudator Michael Denhoff (Violoncello) Günter Bialas' "7 Momente Musik", fort. Nach Astor Piazollas Libertango für Akkordeon und Harfe des "Duos Milonga" setzte das deutsch-polnische Schülertheaterprojekt des Ratsgymnasium mit dem Lyceum in Slupca/Großpolen mit einem Teil des Stückes "Nichts" von Jan Teller ein Ausrufezeichen. Ein- und ausdrucksvoll sinnierten die Schüler über die Bedeutung von Bedeutung und bekamen viel Beifall. "Auf den Schultern dieser Generation", so befand Pistorius zum Abschluss lasse sich ein friedliches und vereintes Europa aufbauen.

DIE PREISTRÄGER

Helga Storck, geboren 1940 in Mechtal, Oberschlesien, ist eine außergewöhnliche Solo-Harfenistin und eine international renommierte Instrumentalmusikerin. Als "Harfen-Mutter" der Nation bezeichnete Laudator Prof. Michael Denhoff. Geehrt werde eine außerordentliche Musikerin von Weltrang, die sich in ihrer künstlerischen wie pädagogischen Arbeit stets für kulturellen Austausch. Insbesondere zwischen Deutschland und Polen engagierte.

Andrzej Niedzielenko (63), Direktor des Kupfermuseums in seiner Geburtsstadt Liegnitz, gehört nach Einschätzung seines Laudators Prof. Dr. Jan Harasimowicz, zu den sicherlich erfahrensten und verdientesten Museologen Schlesiens. Auch während der Zeit der systempolitischen Wende habe Niedzielenko nie die wichtigste Aufgabe aus den Augen verloren: die Kulturidentität der Stadt Liegnitz und der Region zu fördern.

Witold Podeworny bekommt den Sonderpreis für die Ausrichtung seines Verlagshauses Atut, das seit 1993 besteht. Die Mehrzahl der Veröffentlichungen ist mit dem Thema der deutsch-polnisch-tschechischen Kultur im Grenzgebiet verbunden, zum Programm gehören unter anderem auch polnische Ausgaben deutscher Autoren mit schlesischer Herkunft.

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